Bio(dynamischer) Weinbau

Worin liegt der Unterschied?

WEINWISSEN FÜR DICH

Biowinzer legen viel Wert auf einen gesunden, lockeren Boden. Die Bodenfruchtbarkeit und dessen Nährstoffverfügbarkeit sind wichtig, damit sich die Weinrebe gegenüber Pflanzenkrankheiten und tierischen Schädlingen besser behaupten kann. Denn der Boden bildet die Lebensgrundlage der Rebe und sorgt für nachhaltige Erträge.

Somit wird auf eine artenreiche Begrünung durch Wildkräuter zwischen den Rebzeilen gesorgt, sowie eine schonende, mechanische Bodenbearbeitung, die das Bodenleben nicht zerstört. Denn die Begrünung trägt einen Teil zur Düngung bei. Der Fokus beim Bioweinbau liegt auf der Förderung der Stoffkreisläufe und Lebensprozesse.

Der Boden muss eine gut durchlüftete, bioaktive und wasserspeichernde Humusschicht haben. Außerdem fördert die Begrünung eine Durchwurzelung des Bodens, Humusproduktion und Erhaltung der Artenvielfalt vor Ort. Das führt zu einem biologischen Gleichgewicht der Rebengesundheit, die ihre Nährstoffe aus dem Boden und nicht aus der synthetischen Düngung zieht.

Verbot von Herbizide, chemischer Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger

Das Ökosystem Weinberg und dessen Umwelt sind zu erhalten und stärken. Einzig allein Kupfer (nur bis 2021) und Schwefel dürfen gegen Pilzkrankheiten zum Einsatz kommen. Die Verordnung EG 834/2007 regelt die Vorgaben der ökologischen Bewirtschaftung, jedoch nicht die Arbeit im Keller. Erst im Jahr 2012 wurde auf europäischer Ebene die Weinbereitung und Kellerwirtschaft für Biowein beschlossen. Der Bioweinbau fokussiert sich somit auf eine ökologische Bewirtschaftung im Weinberg und erlaubt im Weinkeller die Klärung durch natürliche Mittel wie z. B. Bentonit (natürliche Mineralerde aus Montmorillonit ). Denn Wein enthält Eiweiß, die besonders der Hefe während der Gärung als Nahrung dient. Jedoch führt Eiweiß auch zu Trübungen und kann deshalb mit dem Eiweiß bindenden Bentonit geschönt werden. 

Verbände für Bio-Anbau in Deutschland sind: Ecovin e. V., Demeter, Bioland, Naturland. Möchte man jedoch den Weinbau ganzheitlich betrachten, wird biodynamisch gearbeitet.

Biodynamischer Weinbau

Biodynamischer Weinbau ist eine ganzheitliche Betrachtung der Landwirtschaft und Weiterführung der biologischen Wirtschaftsweise. Es sind strengere Vorgaben einzuhalten, zudem werden die Vorgaben von Demeter oder Ecovin kontrolliert. Doch wo hat die Biodynamie ihren Ursprung? Die Biodynamie basiert auf der Grundlage von Rudolf Steiner, einst Anthroposoph. Sein Fokus liegt auf der Förderung der Bodenorganismen in der Landwirtschaft.

Weinberg als autonome Einheit

Die Biodynamie betrachtet den Weinberg als autonome Einheit. Die natürlichen Kreisläufe des Rebenwachstums stehen im Vordergrund und werden mit gezielten Einsatz von Pflanzenpräparaten unter Beachtung kosmischer Zyklen -den Mondphasen gestärkt. So einen Mondkalender hatte vermutlich jeder schon mal in der Hand. Unter den Mondkalendern sind jene von Maria Thun bekannt.

Maria Thun befasste sich Jahrzehntelang mit dem Pflanzenwachstum unter Berücksichtigung kosmischer Zyklen. Sie gibt Arbeitsempfehlungen im aufsteigenden und absteigenden Mond, den sogenannten Mondbahnen, sowie den vier Mondphasen (Neumond, zunehmender Mond, Vollmond und abnehmender Mond). Ein Beispiel: im aufsteigenden Mond wird z. B der Saft -und Nährstoffanstieg in den Pflanzen natürlich erhöht. Aus diesem Grund wird gerne das Präparat 501 (Hornkiesel) auf die Felder verteilt. Im absteigenden Mond ist der Saftanstieg geringer. Die Energie richtet sich in den Boden. Dann erfolgt der Rebschnitt, die Verteilung von Kompost und vom Präparat 500 (Hornmist).

Kurz zu den Präparaten Hornkiesel und Hornmist: Hornkiesel ist Quarz und Bergkristall in feingemalener Struktur, dass auf die Felder gespritzt wird. Es fördert das Wachstum und den Stoffwechsel der Rebe. Für Hornmist werden Kuhfladen in Kuhhörner gefüllt und zwischen Herbst und Winter, mit der Öffnung nach unten, im Boden vergraben. Mit der Zeit bildet sich ein hochwertiger Kompost. Nach etwa sechs Monaten wieder ausgegraben, wird der Kompost mit Wasser vermengt und auf den Boden ausgetragen. Die Bodenfruchtbarkeit und Nährstoffaufnahme soll dadurch gefördert werden.

Verbände des biodynamischen Weinbaus: Ecovin, respekt-BIODYN, BIODYVIN, La Renaissance des Appellations, Consortio ViniVeri (nach Richtlinien der Organisation).

Es lässt sich somit festhalten, dass die Biodynamie, bewusst auf schädliche Pflanzenschutzmittel und Pestizide verzichtet und zudem den Respekt der natürlichen Organismen und Zyklen, sowie die Nachhaltigkeit im Weinbau und sein Umfeld bewahrt, fördert und als oberste Priorität sieht. Es geht um die Symbiose von Mensch, Tier und Natur.

PS: Da bei der Produktion von Naturwein möglichst wenig eingegriffen wird, ist besonders gesundes, reifes Traubengut von Nöten. Daher ist die biologische Bewirtschaftung (mit oder ohne Zertifikat) die richtige Wahl.

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.